Bedarfsoptimierte Kunst???

23 05 2008

Viele, die mich noch nicht kennen, fragen sich bestimmt: “was soll das denn heißen?”

Der Designer und Autor Det Mueller hat es kürzlich auf seinem Blog sehr schön beschrieben – Zitat: “… Ungewöhnlich sind nicht nur ihre vielseitigen Techniken und Motive, sondern auch ihr realistisches Marktverständnis, sicher ein Überbleibsel ihrer früheren Tätigkeit. Als Konsequenz formulierte sie vor 5 Jahren den Positionierungs-Claim für ihre Arbeit: “Bedarfsoptimierte Kunst”…
Folgerichtig entstanden nicht nur sehr freie Arbeiten, sondern auch “Auftragskunst” für Konzerne, Unternehmen und Privatsammler. Deren Wünsche an Format, Größe und Inhalt berücksichtigend entwickelte Linda dennoch ihre ganz eigenen Interpretationen…”

Was ist Malerei? Eine Frage, die man sich als Künstler immer mal wieder stellt.

Da trägt jemand Farben, Formen und Motive auf eine Leinwand auf und andere stehen hinterher davor und versuchen in dem Werk eine Bedeutung zu finden … man spricht über Botschaften des Künstlers ….

Ich male keine Gedanken und Botschaften, denn die könnte ich ja viel leichter verbal formulieren. Ich male ganz einfach Farben, Stimmungen, Augenblicke, die ganz unterschiedlich in Form und Stil sein können.
Der Betrachter ist aufgefordert, selbst zu assoziieren, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, sie vielleicht zu äußern, dadurch ins Gespräch zu kommen, vielleicht kontrovers zu diskutieren …

Die Malerei dient ganz einfach der Kommunikation.

So auch der bewusst provokant gewählte Begriff
„LINDA BERENDES Bedarfsoptimierte Kunst“

Jeder, der den Begriff das erste Mal liest oder hört, hält inne und fragt: was soll das denn sein? Aber die Aufmerksamkeit ist erst mal da … man kommuniziert darüber.

Meine Definition: Es ist die künstlerische Umsetzung individueller Kundenwünsche anhand verschiedener Parameter, wie beispielsweise

• vorhandene Farbigkeiten im Raum
• Platzangebot
• Unternehmensgegenstand bei Geschäftskunden
• Stil, Geschmack und Persönlichkeit bei Privatkunden

Viele etablierte Künstler haben vergessen, dass es Tradition hat, auch in der Kunst Kundenwünsche zu erfüllen. Fast alle „alten Meister“ haben schon immer Aufträge vom Klerus, den Landesfürsten und Ihren Gönnern umgesetzt. Heutzutage sind es die Unternehmen und gut situierte Privatleute.

Ich liebe die Freiheit, die mir die freischaffende Arbeit mit der Kunst bietet, ebenso wie die Abwechslung. Der Reiz des Neuen, das Spiel mit unterschiedlichen Themen, Techniken und Materialien sind elementar für mich.
Dabei halte ich mich nicht an die Vorgaben einer spezifischen, streng gelernten Kunstrichtung, sondern entscheide nach Tagesform, ob ich realistisch oder abstrakt male, Öl- oder Acrylfarben benutze, auf Holz oder Leinwand arbeite, oder vielleicht ganz grobe Spachtelarbeiten mache, neue Werkzeuge ausprobiere und der Kreativität einfach freien Lauf lasse.
Aber egal, welche der Techniken ich nutze, es geht immer um die sinnliche Erfahrung mit dem Material. Daher verschwindet meine Kunst auch nicht hinter Glas, sondern gewährt immer den unmittelbaren Zugang.


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